Verantwortungsvoller Umgang mit Energie

Ein CO2-neutraler Geschäftsbetrieb ab 2020: Das ist das große und ehrgeizige Ziel der E-Plus Gruppe. Wichtige Bausteine sind dabei die Optimierung unseres Sendenetzes und unser Innovationsgeist für energieeffizientere Prozesse. Das Blockheizkraftwerk im E-Plus Rechenzentrum und unser neues Logistiklager sind zwei Beispiele dafür.

Ein Kraftwerk für die Zukunft

Das Hauptrechenzentrum der E-Plus Gruppe im Düsseldorfer Stadtteil Unterrath ist mit seinen etwa 300 Servern nicht nur ein Hochleistungs-, sondern auch ein Hochsicherheitszentrum: Hier werden die Daten von den derzeit rund 25,8 Millionen E-Plus Kunden verarbeitet. Dazu wird einiges an Energie benötigt.

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Das Blockheizkraftwerk: ein klares Plus für die Umwelt!

Seit März 2012 ist das Gebäude in der Parsevalstraße ein Ort der Klimaschutzinnovation. „Die Anlage ist wirklich maßgeschneidert, viel Platz gab es nicht“, freut sich Dr. Karsten Menzel bei der Einweihung des Blockheizkraftwerks (BHKW). Er leitet den Bereich „Environment, Health & Safety“ der E-Plus Gruppe. Im Beisein der Düsseldorfer Bürgermeisterin, Frau Dr. Strack-Zimmermann, erläutert er den vorausschauenden Schritt: „Uns war klar, dass das Rechenzentrum in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Und hier können wir ökonomischen Nutzen mit ökologisch Sinnvollem verbinden.“

Zwei Zwölfzylinder-Ottomotoren, die mit Biogas betrieben werden, erzeugen ungefähr ein Megawatt Strom. Etwa dieselbe Energiemenge fällt, wie bei einem BHKW üblich, noch einmal als Abwärme an. Da zusätzliches Heizen aber das Letzte ist, was 300 Rechner im Hochbetrieb brauchen können, kommt die Chemie auf ausgeklügelte Weise zu Hilfe: Eine Absorptionskältemaschine nutzt die Abwärme für die Reaktion einer Salzlösung, aus der die wichtige Kühlung entsteht.

Die ökonomische Logik ist einfach, denn die Anschaffungskosten des Kraftwerks sind bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Weil sie mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird und mit 85 Prozent einen hervorragenden Wirkungsgrad aufweist, erspart die Anlage der Umwelt einen jährlichen CO2-Ausstoß von fast 4.500 Tonnen. Das entspricht etwa den Emissionen von 30 Millionen mit dem PKW gefahrenen Kilometern. Ein klares Plus für die Umwelt, das ist der ökologische Sinn. Zuletzt bringt das Kraftwerk noch eine betriebliche Verbesserung für die Sicherheit: Bei einer Stromstörung im öffentlichen Düsseldorfer Netz kann die elektrische Energie aus dem BHKW die Server weiter betreiben. Als weitere Absicherung stehen zwei Dieselgeneratoren dem BHKW zur Seite.

„Mit dem Biogaskraftwerk beweist E-Plus einmal mehr, wie sehr es die knappen Ressourcen zu schätzen weiß. E-Plus hat die Notwendigkeit eines ökologischen Umdenkens erkannt, viele andere Unternehmen müssen dem Vorbild nun folgen und sich daran ein Beispiel nehmen.“
Marc Jan Eumann, Staatssekretär bei der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW.

Partnerschaft für Nachhaltigkeit

Mit der Auslieferung des Handymodells PT-11 begann 1994 im Kreis Gütersloh die Partnerschaft mit der arvato AG. arvato steuert als Logistikdienstleister die Produktionsabläufe und Serviceleistungen und sorgt dafür, dass die Pakete bei unseren Kunden und unseren Shops meist am Tag nach der Bestellung ankommen. Als die Betriebsstätte der Distribution in Harsewinkel an ihre Grenzen kam, stellte der Logistikpartner uns die Pläne für einen „grünen Logistikstandort“ in Marienfeld vor. Damit hatte arvato sofort unsere Unterstützung. Gemeinsam wurde ein auf die E-Plus Gruppe zugeschnittenes, nachhaltiges Konzept erarbeitet, das in Bezug auf Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch den vier Prinzipien Vermeiden, Reduzieren, Substituieren und Kompensieren folgt.

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Eröffnung des neuen Logistiklagers in Marienfeld: Martin Stirm (Vice President Logistics, arvato), Jannine Schrön (Key Account Managerin, arvato) und André Berninger (Director Procurement, E-Plus Gruppe)

Die Implementierung der klimaneutralen Logistik ist wegweisend: Das Gebäude verfügt über eine Photovoltaikanlage als Energiequelle. Die Fußbodenheizung funktioniert mit Erdwärme aus einer Geothermieanlage. Die „Intralogistik“ – all das, was am Lager selbst bewegt wird – basiert auf hocheffizienten Elektromotoren in der Fördertechnik und bei den Regalfahrzeugen. Überall wurde ökologisch optimiert: von der Materialauswahl über die Antriebstechnik bis zu den Steuerungsprozessen. So können temporär nicht benötigte Druckluft- oder Fördereinheiten problemlos abgeschaltet werden.

In regelmäßigen Abständen informiert uns arvato über die Menge angefallener CO2- Emissionen (siehe Glossar). Der Verbesserungswille der E-Plus Gruppe und ihres Logistikexperten endet aber nicht bei den Zahlen: Wir wollen merkliche und sinnvolle Verbesserungen erzielen, auch bei der Kompensation nicht vermeidbarer Treibhausgasemissionen. Wir investieren in das Klimaschutzprojekt „Mehr Gesundheit durch sauberes Wasser“ in Kenia. Im Zentrum dabei steht eine einfach zu bedienende Kunststoffkonstruktion („Life Straw“), die große Mengen von Schmutzwasser in Trinkwasser umwandeln kann. So hilft diese den Familien in den Dörfern vor Ort bei ihrer täglichen Wasserversorgung und wirkt lokal nachhaltig.

„Effizientere Prozesse senken den Ressourcenverbrauch und die Kosten. Bereits kleinere Maßnahmen bringen Erfolge – das volle Potenzial lässt sich aber nur mit integrierten Komplettlösungen heben, die die gesamte Wertschöpfungskette umfassen.“
Bernhard Lembeck, Geschäftsführer Competence Center Logistik, arvato

Alle Rädchen in Bewegung

Unsere Energie für ökologische Innovationen reißt nicht ab: Im November 2012 wurde die zweite energieautarke Sendestation in Büren bei Paderborn in Betrieb genommen. Eine Kombination von Windkraftanlage, Photovoltaikmodul und Brennstoffzelle macht einen externen Stromanschluss überflüssig. Innovationsgeist und alternative Energieformen haben uns auch einen Neuankömmling im Fuhrpark beschert: HydroGen4 heißt das Wasserstofffahrzeug der Adam Opel AG, mit der wir gemeinsam einen Schritt in die Zukunft nachhaltiger Antriebe gehen.