Thorsten Dirks: Mobile-only als Erfolgsmodell

Thorsten Dirks, Chief Executive Officer der E-Plus Gruppe

Im gerade erschienenen Jahrbuch des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.) kommentiert Thorsten Dirks, CEO der E-Plus Gruppe, die Position des Unternehmens als einzig verbliebener reiner Mobilfunkanbieter im deutschen Mobilfunkmarkt und nennt sichtbare Erfolge dieser Strategie:

„Das mobile Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets sowie die wachsenden Übertragungsgeschwindigkeiten machen die mobile Internetnutzung zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für den heimischen drahtgebundenen Breitbandanschluss. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern ist diese Substitution für uns ein erfreuliches Szenario. Als einzig verbliebener „Mobile-only“-Player in unserem Segment müssen wir hier keine Rücksicht nehmen und können uns komplett nach dem Kundenwunsch nach mehr Mobilität ausrichten. Die aktuellen Entwicklungen bestätigen diesen Weg: innerhalb von einem Jahr haben wir 2011 über zwei Millionen zusätzliche Nutzer hinzugewonnen.

Natürlich sind viele Deutsche dem Festnetz nach wie vor verbunden, doch entscheiden sich immer mehr Nutzer ausschließlich für mobile Lösungen. Eine Studie der GfK belegt die wachsende Bereitschaft der Verbraucher zum Festnetzverzicht. Bereits ein Drittel der Befragten ist bereit, „mobile-only“ zu telefonieren und dadurch die Kosten für einen Festnetzanschluss einzusparen. Für viele Verbraucher bestehen allerdings weiterhin Hürden vor dem Verzicht aufs Festnetz. Viele Menschen möchten z. B. ihren Verwandten und Freunden nicht zumuten, bei Anrufen aus dem Festnetz auf ihr Handy hohe Gebühren zahlen zu müssen. E-Plus baut seinen Kunden seit einigen Monaten eine Brücke, damit sie nicht ungewollt an das Festnetz gebunden bleiben: Vertragskunden erhalten auf Wunsch eine Festnetznummer für ihren Mobilfunkanschluss. Darunter sind sie dann deutschlandweit zum Festnetz-Preis erreichbar. Innerhalb von 40 Tagen nach dem Start haben 100.000 Kunden diese Lösung gewählt. Auch beim Netzausbau ist die Kundensicht für uns die wichtigste Steuerungsgröße, und nicht das Wettrennen um technische Parameter. Mitte Oktober haben wir gemeinsam mit Partnern den Startschuss für das weltweit erste „Kundenlabor“ für den Mobilfunkstandard LTE gegeben. Forscher der TU Chemnitz sollen mit unseren Kunden analysieren, welche Aspekte beim Netzausbau tatsächlich für ein positives Surferlebnis verantwortlich sind. Von dieser Grundlagenforschung erwarten wir uns wichtige Erkenntnisse für einen kundenorientierten Netzausbau der 4. Generation. Einen Hinweis darauf gibt es bereits: Kunden reagieren positiv auf die Kombination aus Preis und Qualität. Kürzlich hatten die Leser des Verbraucherportals Teltarif der E-Plus Gruppe das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Datenangebot bescheinigt.

Diese Kundenwahrnehmung ist für uns Ansporn, unser Datennetz noch weiter für ein optimales Surferlebnis auszubauen. Bereits heute sind über 80 Prozent unseres UMTS-Netzes mit extraschnellen Datenverbindungen ausgerüstet. In vielen Fällen bieten wir den Kunden damit eine echte Alternative zum Festnetz-Internet. Und für den Sprachverkehr ist das Festnetz dank mobiler Alternativen schon heute weitgehend überflüssig. Die Mobilisierung des Datenverkehrs wird sich rasant weiterentwickeln. Kaum mehr als ein Viertel der Deutschen geht zurzeit mobil ins Netz. Gerade im privaten Massenmarkt besteht großes Potenzial. Diese Potenziale wollen wir erschließen, indem wir die Wünsche der Menschen weiterhin als Auftrag für unser Handeln nehmen. Noch bestehende Hürden für die Verbraucher, ganz auf die mobile Kommunikation zu setzen, wollen wir durch nutzerorientierte Mobilfunkangebote beseitigen. Technologie spielt dabei eine untergeordnete Rolle: Worauf es ankommt, ist die Erfüllung von realen Kundenbedürfnissen. Und hier hat die gesamte Branche noch viel zu tun.“

 

5 Gedanken zu „Thorsten Dirks: Mobile-only als Erfolgsmodell

  1. LTE ist doch die Lösung.

    Schade finde ich das ich das komplette mobil-only bei Base noch nicht bekomme. Klar – 6GB Flat-Tarif zu einem guten Preis gibt es.

    Allerdings sind die Tarife immer noch an einzelne Geräte gebunden und der Markt für mobile Hotspot Router ist so fragmentiert, da kommen keine günstigen Stückzahlen bei heraus. Netgear z.B. ist da doch der Kooperationspartner, der das am ehesten wuppt, günstige mobile Router in großen Stückzahlen zu bringen.

    Die blaue Konkurrenz ist hier weiter, was das Bündeln von Sim-Karten in einem Vertrag betrifft und kostet vor allem monatlich nicht extra.

    Als Kunde bin ich hier der Dumme, anstatt das ich guten Service bekomme
    - Auswahl der Hardware
    - Hilfe bei der Einrichtung
    - Mobilfunk, Internet zu Hause, Fetznetztelefon, mobiles Internet gibt es nicht als ein Vertrag + Hardware
    - Bestellen der Partnerkarte ist umständlich (geht das? wie bitte, das kostet monatlich???, kein UMTS Stick dazu???, mit wem muß man reden damit das geht?)

    meine Anforderungen sind:
    - alle Geräte die ich brauche als Option im Paket (Smartphone, mobiler WLAN Hotspot Router, UMTS-Stick)
    - alle Karten im Vertrag ohne Zusatzkosten
    - kostenlose Fetznetznummer und Weiterleitung
    - zu jeder Datenrate (Verfügbarkeit zu Hause) weitere GB Pakete buchen können (Flat-Volumen selbst und unabhängig von der Datenrate bestimmen können)
    - Geräte die LTE und HSDPA flexibel können (Verfügbarkeit beim Kunden zu Hause, Mobilität)
    - technische Halbwertzeit > 3 Jahre passend zur Vertragslaufzeit
    - Abrechnung / Flat buchbar nach Geschwindigkeit beim Kunden zu Hause (Internet-Homezone)

    Zur Zeit kriege ich 80 bis 90% davon über Umwege und ohne Service.
    Alles nur eine Frage der Dienstleistung und Organisation beim Anbieter, den gedanken “mobile only” durchzudrücken. Bis das beim Kunden ankommt, erstmal nur gerede – vollwertiges Internet minus Videostreaming ist bisher nur Theorie. Etwas Filesharing sollte schon gehen – darüber laufen Cloud-Backups, damite arbeite ich in virtuellen Netzwerken, aktualisiere Webseiten usw.
    Kriegt man in den Griff in den man Datenrate und Volumen entkoppelt.
    Email und surfen mit niedrigen Volumen + Festnetz kosten zu Hause zu viel. Das geht ja nicht nur mir so.

    Falls ich damit vom Fetznetz effektiv mobil loskomme, amortisieren sich für mich als Kunde die Geräte auf Kosten eurer Konkurrenz. Für mich ist das ein Deal – wer bietet mir diesen Service?

    Sowas ist ein Selbstgänger am Markt. Da kann man sich die nervtötenden Call Center Verkaufsgespräche um Vertragsverlängerungen von Mobilfunk-Auslaufmodellen sparen. “Brauchen Sie Ihr Festnetz wirklich?” bei der Frage höre ich sofort zu – wenn ich nicht irgendwo umständlich die Partnerkarte bestellen muß, dabei noch um ein paar Euro abgeledert werde. Vorallem mich dann als Dank für die zusätzlichen Kosten mit Kauf und Einrichtung eines in 3 Monaten veralteten, erschwinglichen Routers der kein LTE kann wenn es bei mir an den Mast kommt herumschlagen muß. Unschön ist naturlich auch, wenn es theoretisch LTE gibt, die Geschwindigkeit aber nie da ist und man als Kunde den Vertrag nicht nachträglich anpassen kann – da macht rosarot sich richtig Freunde. Nehmt einfach die Bremsklötze aus dem System endlich raus.

    Gebt mir endlich den Vertrag, den ich seit 5 Jahren suche und packt in eine Kiste, was da wirklich hinein gehört.

    1. Hallo Volker,

      danke für Ihren ausführlichen Kommentar. Wir arbeiten mit Hochdruck an der stetigen Verbesserung unserer Produkte und unseres Netzes, hoffen aber, dass wir mit unseren attraktiven Angeboten heute schon einen Nerv bei Ihnen Treffen.

      Beste Grüße,
      Enno Schummers

  2. Falls Sie ein Beispiel für einen „Mobile-only“-Kunden suchen, der vor 5 Jahren bei der Festnetzsparte der “Schweinchen” (von der Farbe her) gekündigt hat und seither nie mehr über das Festnetz erreichbar war: (Auf die Antwort-Funktion meines Posts klicken).

    Btw: Zur Zeit findet bei Teltarif gerade die nächste Umfrage statt. Darin geht es um die Qualität beim Telefonieren.

    Zum Thema “Verwandte wollen keine Handynummer anrufen” kann ich empfehlen, die Verwandten sollen ihre Nummer übertragen, kurz anklingeln lassen und der Handybesitzer ruft (optional kostenlos) zurück. Alternativ besorgen sich die Verwandten einfach selbst ein Handy. Oder wenn’s Rentner sind, denen die Handys zu klein sind, können die einen GSM –> TAE -Wandler nehmen. Dann behalten die ihr Festnetztelefon, funken aber zum nächsten Handyturm. Gibt’s von 4G-Systems für ca. 110 Euro.

    Zum Thema Internet: Wer in einem Kaff mit 3 Häusern wohnt und kein schnelles Internet hat, sollte statt Analog-Festnetz, was meines Wissens nach immer noch nach Minuten abgerechnet wird, auf GPRS wechseln. Auch wenn die Geschwindigkeit nicht viel anders ist, ist es mit der kleinsten Flat die dann gar nicht gedrosselt werden kann (weil nicht mehr Geschwindigkeit da ist) aber trotzdem enorm billiger. Außer man hat dort gar kein Mobilfunknetz.

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