LTE-Technologie für viele Nutzer noch nicht relevant

Ohne Frage: Der Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) weist in die Zukunft der mobilen Datenkommunikation. Zunehmend komplexe Multimedia-Anwendungen lassen in absehbarer Zeit schnelle und leistungsfähige Übertragungswege immer wichtiger werden. Entsprechend breit sollen die Datenautobahnen sein, auf denen die Nutzer ihre Datenpakete senden und empfangen. Aber ist die Zukunftstechnik LTE bereits heute das Maß aller Dinge? Es mehren sich Stimmen, wonach LTE zurzeit nur für eine sehr spitze Kundenzielgruppe wirklich interessant ist: Gerade bei der Sprachtelefonie – neben Daten auch bei Smartphones die am häufigsten genutzte Funktion – zeigen sich Stolpersteine. Für den Massenmarkt, den die E-Plus Gruppe vorrangig mit Produkten ihrer Marken und Partner adressiert, ist LTE offensichtlich (noch) nicht wirklich relevant.

Das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet in seiner Ausgabe 04/2012 von eklatanten Akku-Problemen im LTE-Netz – eine Meldung, die in Print- und Onlinemedien gleichermaßen Wellen schlägt. Weil es noch keinen verbindlichen Übertragungsstandard für Telefongespräche in den LTE-Mobilfunknetzen gibt, melden Smartphones in diesen Netzen schon nach wenigen Stunden: Akku leer! Der Grund dafür liegt in der starken Belastung der Geräte, die zum Telefonieren zusätzlich in den verbreiteten 2G- und 3G-Bereichen (UMTS und GSM) eingebucht sein müssen. Der ständige Wechsel zwingt die die Batterieleistung schnell in die Knie – und zwar unabhängig von Modell und Hersteller.

Vergebliche Suche nach dem LTE-Signal
Für den Massenmarkt ist LTE so kaum kompatibel: Schließlich möchte der mobile Nutzer mit seinem Smartphone zwar schnell Videos hochladen, mailen und surfen, aber eben auch zuverlässig telefonieren. Und für Telefongespräche muss erst ein global verbindlicher Übertragungsstandard bestehen, der diese Probleme aus dem Weg räumt. Das kann noch dauern: Experten rechnen nicht vor Ende 2013 damit, einige gehen sogar erst vom Jahr 2016 aus. Bis dahin sollen laut Solon Managementberatung rund 53 Millionen LTE-fähige Smartphones auf dem deutschen Markt genutzt werden – unklar ist jedoch, wie alltagstauglich diese Geräte tatsächlich sind. Zurzeit sind sie noch weit davon entfernt. Der Branchendienst areamobile.de berichtet von eigenen Tests mit dem LTE-Smartphone HTC velocity 4G: Demnach benötigte das HTC-Gerät auf der erfolglosen Suche nach einem LTE-Funksignal besonders viel Batterieleistung, so dass es schon bald nicht mehr einsatzfähig war.

Probleme auf dem Tablet-Sektor
Das Handelsblatt greift das LTE-Thema ebenfalls auf – und berichtet von zusätzlichen Problemen auf dem Tablet-Sektor. So unterstütze das neue iPad LTE nur auf den gängigen US-Frequenzen, die in Deutschland von den Anbietern Deutsche Telekom, Vodafone und O2 nicht betrieben werden. Nokia-Vorstand Niklas Savander erklärte dem Handelsblatt, dass diese mangelnde globale Standardisierung auch der Grund dafür sei, dass der weltgrößte Handy-Hersteller bislang kein LTE-Smartphone auf dem europäischen Markt anbietet. Nokia warte lieber, bis es ein Gerät für alle LTE-Bänder anbieten könne.

Theoretische Spitzenraten sind realitätsfern
Die E-Plus Gruppe sieht sich mit der aktuellen Medien-Diskussion in ihrer Haltung bestärkt: LTE ist erst dann wirklich auf dem Massenmarkt angekommen, wenn Geräte und Netze zuverlässig aufeinander abgestimmt sind – und die meisten Nutzer die Highspeed-Leitung auch benötigen. Bislang zeigen Studien, unter anderem von Nokia Siemens Network und der Initiative D21, dass die meisten Smartphone-Anwender die mit LTE theoretisch erzielbaren Spitzenübertragungsraten für ihre täglichen E-Mails und Internet-Abrufe gar nicht benötigen.

Bis es so weit ist, investiert E-Plus lieber in die Optimierung praxisbewährter Netzstandards statt Hightech-Lösungen anzubieten, bei denen ausschließlich die theoretische Leistung im Vordergrund steht. Gleichzeitig arbeitet die E-Plus Gruppe mit Partnern an technischen Innovationen: zum Beispiel mit ZTE und China Mobile an der leistungsstarken Beamforming-Antennentechnologie. Im weltweit ersten LTE-KundenLab erforscht E-Plus zudem gemeinsam mit der TU Chemnitz, welche Aspekte beim Netzausbau für ein positives Kundenerlebnis wirklich entscheidend sind. Die Ergebnisse sollen dann in ein E-Plus-Angebot einfließen, das sich auch bei LTE am tatsächlichen Nutzerbedürfnis orientiert.

2 Gedanken zu „LTE-Technologie für viele Nutzer noch nicht relevant

  1. Hallo zusammen,

    ja ja wie die Zeit vergeht. Nun wird LTE immer relevanter für die Smartphone Nutzer. Sie warten nur, das auch Base in die Pötte kommt und wie immer die ersten Hammer Angebote, im Prepaid Bereich auf dem Markt schmeißt. Base war immer ein Vorreiter in Punkto Flats zum vernüftigen Preis. Laut einer persönlichen Umfrage, würden viele Smartphone Nutzer LTE gerne testen und dann gegebenfals fest in seine Vertrag mit aufnehmen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>