Der Universalcode: Die Zukunft des Journalismus

Buchvorstellung: Der Universalcode im BASE_camp

Die Digitalisierung hat unser Leben verändert – das ist ein Zustand, der kaum noch angefochten wird. Unstrittig ist auch, dass sich Medienproduktion durch die beschleunigte Kommunikation im Internet anderen Zwängen unterworfen ist, als es noch vor zehn oder 20 Jahren der Fall war. Strittig hingegen ist, wie Journalisten diesen Veränderungen begegnen sollen. Darum haben sich unter der Regie von Christian Jakubetz gut 20 Journalisten und Journalistenausbilder zusammengetan und mit „Der Universalcode“ ein Lehrbuch für den modernen Journalismus geschrieben. Darin geht es hauptsächlich um die Fragen der Recherche, Medienproduktion und –distribution in Zeiten der Digitalisierung.

Im BASE_camp haben Christian Jakubetz, Jörg Sadrozinski (Leiter der Deutschen Journalistenschule) sowie Markus Lindemann unter der Moderation von Jochen Markett das Buch und seine Entstehungsgeschichte diskutiert. Im Vorfeld stand uns Christian Jakubetz für ein kurzes Interview bereit und erklärte seinerseits die Zukunft des Journalismus und im entsprechenden Spannungsverhältnis auch die der PR. Seine Prognose: Die Pressemitteilung hat keine Zukunft.

Interview mit Christian Jakubetz:

Christian Jakubetz (Foto: HeikeRost.com)
Christian Jakubetz (Foto: HeikeRost.com)

Was ist der Universalcode?
Christian Jakubetz: “Der Universalcode ist ein frisch erschienenes Buch, in dem Handreichungen über journalistische Tätigkeiten im digitalen Zeitalter geliefert werden. Die Spanne reicht von der Produktion von Web-Videos bis hin zur multimedialen Reportage. Wir – die Autoren dieses Buches – wollen gleichzeitig aber auch die Geisteshaltung, die hinter diesem neuen Journalismus steckt, vermitteln. Deswegen haben wir auch ein entsprechendes Portal zum Buch gestartet und träumen insgeheim von einer App, so dass wir irgendwann von einem “Projekt Universalcode” sprechen können.”

An dem Buch sind sehr viele Autoren beteiligt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Christian Jakubetz:“Teilweise durch Zufälle, teilweise kannte man sich auch schon vorher. Bei einigen Autoren hat es ausgereicht, eine Mail mit dem Betreff “Bist Du dabei?” zu schreiben, andere haben sich von sich aus gemeldet.”

Wie sieht die Rolle des Journalisten in der Zukunft aus? Was verändert sich durch die Digitalisierung konkret?
Christian Jakubetz:“Wir werden in Zukunft mehr aggregieren und moderieren müssen. Es reicht nicht mehr aus, als Gatekeeper die Informationen zu horten und sie entsprechend zu publizieren. Vielmehr wird man einen gesellschaftlichen Dialog nicht mehr nur anstoßen, nein, wir werden ihn auch selbst führen müssen. Und: Man wird auch insofern Schwäche eingestehen müssen, wenn man einmal nicht mehr weiter weiß. Dann hat man aber als gut ausgebildeter Journalist Zugriff auf viele Quellen und kann sie auch dann mit den Usern oder Lesern teilen, wenn es mal nicht das verlagseigene Portal ist.”

Das ist ja durchaus ein massiver Transformationsprozess. Wie wird sich denn dann die Rolle von Pressestellen und der PR im Allgemeinen verändern?
Christian Jakubetz:“Der Dialog zwischen Unternehmen – und das werden in Zukunft eben nicht mehr nur “Pressestellen” sein – muss auf eine neue Stufe gestellt werden. Dabei können soziale Netze eine entscheidende Rolle spielen, hauptsächlich aber muss sich die Kommunikation als Solche verändern. Wer in Zukunft ausschließlich Pressemitteilungen versendet, wird nicht mehr allzu viel zu lachen haben.”

 

 

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