Auch 2012 viel Neues im Mobilfunk

Ausblick 2012 MobilfunkSchon wieder ist ein Jahr zu Ende – und ein neues kommt. Wir werden von Lady Gaga, von Finanz- und Währungskrisen und bestimmt noch mal von Silvio Berlusconi hören, das ist klar. Aber was tut sich 2012 im Mobilfunk? Sicherlich kommt das iPhone 5. Aber was noch? Wir haben ein paar Neuerungen, Veränderungen und Ereignisse zusammengestellt.

Hardware: Kommt das LTE-iPhone?
So viel ist klar: Es wird auch 2012 wieder jede Menge neue Endgeräte geben. Der Marktanteil von Smartphones und auch von Tablet-PCs wird weiter zulegen. Sony-Ericsson etwa hat angekündigt, 2012 nur noch Smartphones und keine herkömmlichen Handys mehr anbieten zu wollen. Interessant dürfte werden, ob Microsoft mit seinem Windows-Betriebssystem (etwa auf den neuen Nokia-Modellen) verlorenen Boden gegenüber Apple (iOS) und Google (Android) gut machen kann.

Die größte Spannung löst aber vermutlich das Warten auf das iPhone 5 aus. Gerüchte dazu gibt es seit Längerem. Demnach könnte das neue Modell beispielsweise schon für die neue Mobilfunktechnik „Long Term Evolution“ (LTE) ausgerüstet sein. Skeptiker wiederum erinnern daran, dass seinerzeit auch das erste iPhone noch nicht UMTS-fähig war, obwohl es längst UMTS-Netze gab. Es bleibt also spannend. Zu den verbesserten Features könnten auch eine höher aufgelöste Kamerafunktion (10 Megapixel) sowie ein verbesserter Sprachassistent gehören. Ganz nebenbei freut sich die Szene natürlich auch auf das neue iPad 3.

Online-Banking: mit mTAN
Ab 2012 wird das Handy endgültig eine wichtige Rolle beim Online-Banking spielen. Denn inzwischen haben die meisten Banken und Sparkassen die bisher verbreiteten Listen mit Transaktionsnummern (TAN) abgeschafft. Stattdessen bieten die Institute die spontane Zusendung einer TAN im Moment der Überweisung an – und zwar per SMS aufs Handy. Diese mobile TAN (mTAN) macht das Online-Banking sicherer. Nur eine Empfehlung sollte aus Sicherheitsgründen beachtet werden, sofern man ein Smartphone einsetzt: Das Handy, auf dem die mTAN abgerufen wird, sollte nicht für das Online-Banking verwendet werden.

Termine (1): Messen und Kongresse

  • 10. bis 13. Januar: Consumer Electronics Show in Las Vegas
  • 22. bis 24. Januar: Digital Life Design in München.
  • 24. bis 26. Januar: Euroforum Jahrestagung Telekommunikation in Köln. Thema „Die Zukunft der Kabelnetze“.
  • 27. Februar bis 1. März: Mobile World Congress in Barcelona. Der Untertitel („Redefining Mobile“) macht klar, dass die Branche noch viel vorhat.
  • 6. bis 10. März: CeBIT in Hannover. Leitthema ist dann „Managing Trust“, der Erkenntnis folgend, dass Telekommunikations- und IT-Branche vor allem dann wachstumsfähig ist, wenn die digitalen Lösungen sicher und vertrauenswürdig sind.
  • 31. August bis 5. September: IFA in Berlin.

Termine (2): Wichtige Stichtage
16. Januar: Ende der Frist für die Bedarfsanmeldung in den Bereichen 900 und 1800 Megahertz bei der Bundesnetzagentur (BNetzA). Hintergrund: Bestimmte Frequenzblöcke in den Bereichen 900 und 1800 MHz wurden im Rahmen der GSM-Lizenzen-Vergabe nur bis zum 31.12.2016 zugeteilt. Diese Frequenzen (insgesamt rund 160 MHz) können daher ab 2017 neu zugewiesen werden. Um die Folgenutzung frühzeitig planen zu können, hat die Bundesnetzagentur ein Verfahren eingeleitet. Dazu gehört die Bedarfsermittlung – und damit der Aufruf, bis Mitte Januar den jeweiligen Bedarf anzumelden.

1. März: Inkrafttreten der Telekommunikationsgesetzes-Novelle (TKG-Novelle). Eigentlich. Denn der vom Bundestag bereits verabschiedete Entwurf war im November vom Bundesrat abgelehnt worden. Der Entwurf stärkt in einigen Punkten die Rechte der Verbraucher, etwa was Kosten für die in Hotline-Warteschleifen verbrachte Zeit oder die Breitbandversorgung ländlicher Gebiete betrifft. Telekommunikationsanbieter werden darüber hinaus verpflichtet, zumindest einen Tarif anzubieten, dessen Laufzeit höchstens zwölf Monate währt. Da jetzt der Vermittlungsausschuss angerufen wurde, kann sich das Inkrafttreten verzögern. Der Branchenverband BITKOM geht davon aus, dass es im zweiten Quartal soweit sein wird.

30. Juni: Ende der alten EU-Roaming-Verordnung. Noch ist die Anschlussregulierung nicht abgesegnet, aber es bereits absehbar, dass die bisherigen Preisobergrenzen für Roaming- Gespräche, SMS und Datendienste in mehreren Schritten weiter abgesenkt werden sollen.

Erstmals könnte ab Juli dann auch ein maximaler Eurotarif beim Daten-Roaming eingeführt werden, der unter 1 €/MB netto liegen dürfte und per KB abgerechnet werden muss. Wie hoch die einzelnen Preisobergrenzen tatsächlich ausfallen, werden die Betreiber jedoch erst erfahren, wenn sich der EU-Gesetzgeber geeinigt hat. Dies wird frühestens im April 2012 der Fall sein.

30. November: Ende der bisher gültigen Regelung für die Terminierungsentgelte im Mobilfunk. Die aktuellen Entgelt-Höhen gelten seit dem 01.12.2010 und betragen je Minute netto 3,39 Cent (ins Telefónica-Netz), 3,38 Cent (ins Telekom-Netz) sowie 3,36 Cent (in Vodafone- und E-Plus-Netz).

Termine (3): Bekanntgabe der Quartalszahlen der E-Plus Gruppe

  • 24. Januar: Quartalszahlen für Q4/2011 und Jahreszahlen 2011
  • 24. April: Quartalszahlen für Q1/2012
  • 24. Juli: Quartalszahlen für Q2/2012
  • 23. Oktober: Quartalszahlen für Q3/2012

 

Ein Gedanke zu „Auch 2012 viel Neues im Mobilfunk

  1. Kann mir mal jemand erklären, was beim mTAN Verfahren sicherer sein soll, als die normalen TANs auf Papier, wenn die nach dem Zufallsprinzip abgefragt werden?

    Dazu kommt, das meine Bank für mTANs pro TAN 9 Cent verlangt.
    Da ich keine Webcam habe, ist doch niemand in der Lage, an meine auf Papier gedruckten TANs zu kommen. Außer es würde jemand einbrechen. Aber das würde ich dann ja merken und die TAN Liste sperren lassen. Und ich glaube Einbrecher gucken nach Wertgegenständen in der Wohnung, nicht nach TAN-Listen. Da steht ja auch nicht die PIN zum Einloggen drauf.

    Und man-in-the-middle würde doch nach wie vor gehen. Der Unterschied ist doch nur, woher ich die Nummer bekomme. Ein Papierzettel kann man nicht hacken, ein Handy ab ca. 100 Euro schon. Da müsste ja jeder ein 20 Euro Zweithandy zu Hause liegen haben, nur zum Empfang der TANs. Den Netzbetreiber freut’s, die Kunden wohl eher weniger oder sie nutzen doch das Smartphone zum TAN Empfang. Und schon ist die Sicherheitslücke da.

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