Kommunikationsstörung im Mobilfunknetz: Zehn Tipps für die Fehlersuche im Smartphone

Warum funktioniert UMTS nicht?“ – „Wieso empfängt mein Smartphone keine Daten?“ – „Wo bleiben die Kurzmitteilungen?“. Derartige Fragen bekommen Hotline-Mitarbeiter hin und wieder gestellt. Nicht selten schwingt der vorwurfsvolle Unterton mit, es gäbe Probleme mit dem Mobilfunknetz vor Ort. Dass das aber bei weitem nicht immer zutrifft, zeigt eine genaue Analyse: Schuld ist am Ende nicht das Netz, sondern die zunehmende Komplexität der Smartphones. Denn rein technisch betrachtet sind Smartphones und Tabs nichts anderes als kleine Hochleistungscomputer, die telefonieren und Daten übertragen können. Zwar ersparen die Hersteller vielen Anwendern mit Hilfe von intuitiven Betriebssystemen und Touchscreens den Einstieg in die Tiefen des Systems, dennoch gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, den reibungslosen Ablauf im Smartphone selbst außer Kraft zu setzen. Auch hier gilt: Je komplexer das Gerät, je zahlreicher die Fehlerquellen.

Und so läuft es an manchen Tagen vielleicht nicht rund: Das Handy, Smartphone oder Tab will plötzlich nicht, wie es soll. Zwar sind die Symptome schnell erklärt, die Ursachen für das merkwürdige Verhalten des Mobiltelefons jedoch vielfältiger Natur und daher oft nur schwer zu finden.

Wir geben zehn Tipps, wie typischen Fehlern dennoch auf die Schliche zu kommen ist – ganz ohne Hotline-Anruf:

  1. Kaum eine Smartphone-Software ist absolut fehlerfrei. Das gilt ebenso für Betriebssysteme. Reagiert das Smartphone nicht mehr oder zeigt es ein anderes merkwürdiges Verhalten, hilft in den meisten Fällen der sogenannte „Reboot“ – also das vollständige Aus- und Einschalten des Smartphones. Ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Computer werden durch den Reboot noch laufende, aber nicht mehr benötigte Prozesse beendet.
  1. Kein Zugang zum Datennetz: Findet das Mobiltelefon nach dem Ausschalten des WLAN-Zugangs das Datennetz des Mobilfunkanbieters nicht, hilft oft eine manuelle Netzsuche. Manche Smartphone verharren dennoch hartnäckig im GSM- oder UMTS-Netz, ohne Booster wie EDGE oder HSDPA zu aktivieren. In diesem Fall hilft nur das Aus- und Wiedereinschalten.
  1. Prinzipiell kein Netz? Das könnte an den Netzeinstellungen im Smartphone liegen. Ist das Smartphone manuell auf UMTS eingestellt, führt der Aufenthalt in einem Gebiet mit reiner GSM-Versorgung zur Anzeige „Kein Netz“. Abhilfe schafft die Einstellung „Automatische Netzsuche (GSM/UMTS)“.
  1. Der Kilobyte-Zähler rattert und das Volumenkontingent ist – trotz WLAN – bereits Mitte des Monats erschöpft? Grund dafür könnte eine App sein, denn in einigen der kleinen Programme auf dem Smartphone (oder Tab) muss der verwendete Internetzugang explizit eingestellt werden. Standardmäßig ist hier das Mobilfunknetz ausgewählt. Damit ignoriert die App automatisch ein WLAN und bezieht weiterhin Daten über das Mobilfunknetz.
  1. Zu geringe Daten-Übertragungsgeschwindigkeit? Wer gerne UMTS-Speedtests verwendet, sollte aufpassen: Jeder Test benötigt etwa fünf Megabyte. Wer zweimal am Tag einen Test durchführt und ansonsten nur wenig Daten überträgt, kommt dennoch schnell auf mehrere hundert Megabyte im Monat. Gerade bei kleineren Volumenpaketen ist die Grenze so oft schon weit vor dem Monatsende erreicht. Folge: Der Netzanbieter reduziert die Geschwindigkeit.
  1. Empfängt das Handy oder Smartphone fortlaufend immer wieder dieselbe SMS, deutet das auf einen Softwarefehler hin -  das Mobiltelefon quittiert den Empfang gegenüber dem Mobilfunknetz nicht korrekt. Folge: Die Server wiederholen den Versand der SMS immer wieder. Damit das Mobiltelefon durch den ständigen SMS-Empfang nicht vollends blockiert wird, hilft kurzfristig die Suche nach einem Softwareupdate oder der Wechsel auf ein anderes, funktionierendes Mobiltelefon.
  1. Mobiltelefon gebraucht gekauft, SIM eingesetzt und trotzdem funktioniert der Datenverkehr über das Mobilfunknetz nicht. Das könnte an einem fehlerhaften Eintrag im Smartphone liegen. Der sogenannte APN-Eintrag (E-Plus: internet.eplus.de) regelt, über welchen Zugangspunkt das Smartphone ins Internet gelangt. Bei gebrauchten Geräten kann ein alter Eintrag des vorherigen Nutzers der Grund für diesen Fehler sein. Das gilt ebenfalls, wenn der Vorbesitzer seine persönlichen Daten zwar gelöscht, nicht aber die Werkseinstellungen wiederhergestellt hat.
  1. Wenn der Versand von Kurzmitteilungen scheitert, liegt das meist an einem fehlerhaften Eintrag in den Tiefen des Smartphones: der Rufnummer für die SMS-Zentrale. Ist diese nicht korrekt oder lautet sie gar auf den Netzbetreiber des Vorbesitzers, verweigert der eigene Netzanbieter die Annahme der Kurzmitteilung.
  1. Smartphones mit Android-Betriebssystem bieten die Möglichkeit, über eine sogenannte Blacklist im Smartphone gezielt einzelne Nummern oder ganze Nummerngassen zu sperren. Wer sich wundert, warum manche Anrufe verlorengehen, sollte die Blacklist im Smartphone auf fehlerhafte Einträge wie Zahlendreher kontrollieren.
  1. Das Smartphone überträgt keine Daten: In den Tiefen der Menüs verbirgt sich ein Menüpunkt „Paketdaten: Datennetz aktivieren“, der – ist das Häkchen einmal deaktiviert – fortwährend die Datenübertragung blockiert.

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